BEO 2025 Rennen 1 // 8. Januar 2025

So gut organisiert waren wir glaube ich noch nie im BEO Cup, und es hat funktioniert. Bereits gestern Abend trafen wir uns für den ersten Rennabend der Saison 2025! 

Eigentlich sollten die Rennen bei mir auf dem Rheinland Raceway stattfinden, aber wir haben ihn kurzfristig zu Daniels Kirchhofer Wehrseifen verlegt. Wie so oft hat er komplett umgebaut, und das Layout 2025 konnte sich nicht nur sehen lassen, es fuhr sich auch hervorragend.


Leider etwas unscharf, brauche wohl doch mal ein neues Handy. Aber man erkennt den Streckenverlauf, mir dem wir es zu tun bekommen sollten.

Bevor es los ging wurde noch geschraubt. Um die Vorrausetzungen für alle so gleich wie möglich zu halten, haben wir die Achsen für die BMW M1 Procar von einem Bekannten Daniels vorbereiten lassen. Er hat die Felgen rund gemacht, Reifen verklebt und geschliffen, und jeder hat dann vor dem Rennabend eine davon bekommen. Magnete raus und rauf auf die Bahn. Ich hatte noch vorher einen Vergleich gemacht, wir sind die vor ein paar Jahren schonmal gefahren, und in meinem M1 steckte noch die damals verwendete Achse. Also auch PU drauf, auch geschlifffen, aber eben nicht neu und an den Felgen nix gemacht. Mit dem alten Setup fuhr ich ein paar Runden und dabei konstant im Bereich 10,8s, und nach dem Wechsel mit den vorbereiteten Achsen eine 9,1s. Chapeau, das hat er gut gemacht!

Zum übrigen Setup sei noch gesagt, magnetfrei und Bisonmotor (20krpm) und die für den M1 übliche Carrera-Übersetzung von 14/46.

Nach einigen Runden des Warmfahrens - wir mussten ja die Bahn UND die Autos kennenlernen - ging sie dann los, die zehnte Saison im BEO Cup. Sozusagen als Rahmenprogramm der DTM gingen die BMW M1 Procar als erstes an den Start. Die Wahl fiel dabei bei Daniel auf den BASF, bei Denis auf das Modell von Sauber Racing (mal sehen, wie sauber er raced ), Michael startete nachweislich nüchtern im Jägermeister-Look und Markus im Modell vom Team Castrol. Es ging ans Qualify, Denis begann und knallte gleich eine 9,305s in die Bahn. Eine super Zeit, die die Vermutung nahelegte, dass eine andere Geschwindigkeitseinstellung vorlag als beim Warmfahren, aber nach Überprüfung dieser schien alles unverändert, und es ist ja auch für alle gleich. Im Anschluss fuhr Michael seine 5 Runden und schaffte eine 10,326s, danach Daniel, der eine 10,010s schaffte. Zu guter letzt komplettierte Markus die Qualifikation und konnte sich mit einer 8,952s die Pole sichern. Größere Differenzen als erwartet, und es wurden schon zwei Zweikämpfe im Rennen erwartet: Der um Platz 1 zwischen Denis und Markus, und der um Platz 3 zwischen Daniel und Michael.





Doch Quali ist Quali, und Rennen ist Rennen. Und so kommt es manchmal anders als erwartet... Nach dem Start von der Pole konnte sich Markus zwar leicht vom Feld absetzen, aber sein M1 hatte Schleiferprobleme. Im Training nicht aufgefallen und auch beim Blick unter das Fahrzeug unersichtlich, blieb er gerne mal "einfach so" stehen, um dann doch wieder weiterzufahren. Jedesmal, wenn er sich ich mir wieder einen Meter herausfahren konnte, passierte das wie von Geisterhand, und der Vorsprung war futsch. Dennoch konnte er die Führung halten, auch wenn dummerweise dazu noch der eine oder andere Abflug kam. Zur Erinnerung: bei fünf Abflügen gibt es bei uns eine Boxengassenstrafe, und hier zählen sämtliche Abflüge, auch die nicht selbstverschuldeten, die beim magnetfreien Überholen eben schonmal passieren, selbst wenn man es vermeiden möchte. Und so spulten wir Runde um Runde ab, es war permanent knapp an der Spitze, Markus führte zwar unangefochten das Feld an, aber Daniel und Denis befanden sich immer noch in der gleichen Runde. 77 Runden sollten es werden, und bei Markus wurde es dann unerwartet eng. Auf dem Zettel standen vier Striche, noch ein Abflug, und es hieße "Der Renndirektor hat Dir eine Stop & Go Strafe verpasst". Per Funk wurde im vom Team "kein Risiko gehen" mitgeteilt. Daniel konnte sich von Denis absetzen und kam Markus gefährlich nah, nach dem letzten Tanken trennten sie nur wenige Wagenlängen. Gefühlte 15 Runden kam es zum Kopf- an Kopf Rennen, teilweise fuhren die beiden gleichauf, aber Markus hatte immer ein kleines bisschen die Nase vorn. Aber bloß nicht abfliegen! Aber das passierte nicht, und am Ende der 77 Runden gewann Markus mit etwas mehr als einer Wagenlänge Vorsprung (0,253s) vor Daniel. Denis fuhr mit einer Runde Rückstand ins Ziel - ich meine, er bekam den 5ten Strich und musste eine Strafe absitzen. Michael fuhr mit dem Credo "fair geht vor, und Abfliegen nervt" ein sauberes, aber letztlich zu langsames Rennen und fuhr mit 6 Runden Rückstand ins Ziel. Die schnellste Runde und der damit verbundene Extrapunkt ging an Daniel mit einer 8,997s.




Die Sieger des ersten Rennens der BMW M1 Procar Serie im BEO Cup 2025

Das führt zu folgendem Zwischenstand:



Als nächstes stand die DTM auf dem Plan. Wie gewohnt zwei Rennen (a 21 Minuten), ebenfalls mit dem 20krpm Bison-Motoren ausgestattet, aber wegen dem Murks, den Carrera bei den Modellen in Sachen Felgen produziert, wie in der Vorsaison mit Tuning Kits vorne und hinten. Im Gegensatz zu den M1 mit der traditionellen 50/10- Übersetzung unterwegs, waren wir gespannt, wie die sich im Vergleich zeigen würden. Im Vergleich zum Vorjahr, als Markus sich den Titel im Audi R8 sichern konnte, wurde das Feld von Audi, Porsche und BMW M4 noch um den neu erschienenen Ferrari 296 erweitert. Im Vorjahr konnte der Porsche die beiden Fahrer Daniel und Michael nicht so richtig begeistern, sie wechselten zu Audi bzw. Ferrari, Markus wechselte ebenfalls zum Ferrari (der Vertrag bei der Scuderia wurde schon blind unterzeichnet, als das Erscheinen dieses Modells in 1:24 verkündet wurde, stand also schon lange vor der Saison fest). Denis war noch unentschlossen, konnte er beim Finale 2024 mit dem BMW M4 im ersten Rennen doch einen Sieg einfahren und musste er sich im zweiten Rennen nur ganz knapp hinter Markus geschlagen geben. So stand er vor der Wahl: BMW M4 vom Vorjahr, oder doch der Wechsel zu Audi?

Nach dem Warmfahren stand es für ihn fest, und das Feld bildeten Daniel (Audi R8 Engstler #8), Denis (Audi R8 Abt Sportsline #7), Michael (Ferrari 296 Dubai #20) und Markus (Ferrari 296 AF Corse #21). Nach einer kurzen Verzögerung wegen technischer Probleme bei Markus' Ferrari ging es dann ins Qualify welches Daniel mit einer 9,040s für sich entscheiden konnte. P2 ging an Denis (9,240s), P3 an Markus (9,270s), P4 an Michael (9,654s).


Man könnte meinen, Daniel starte in die falsche Richtung. Wir waren aufmerksam und drehten das Auto gerade noch rechtzeitig

Direkt nach dem Start hielt Daniel P1, Denis und Markus kämpften um P2, und es dauert auch nicht lange, da erwischte Denis seinen Kontrahenten unbeabsichtigt mit dem Heck. Markus flog ab, und fand nicht nur in der ersten Runde gleich den ersten Strich auf der Liste, sondern sich auch noch auf dem letzten Platz wieder. Nach dem Wiederbeginn des Rennen konnte er sich zwar P3 zurückholen, hatte aber sichtlich Probleme mit dem Auto. Vorne hielt sich Daniel vor Denis, und Markus blieb immerhin in der gleichen Runde, obwohl er sich noch den einen oder anderen Strich einsammelte. Bei gleichen Platzierungen und etwa gleichen Abständen standen für ihn 4 Striche auf dem Zettel, und 9 Minuten waren noch ein weiter Weg. Aber inzwischen lief der Ferrari besser, und gerade beim magnetfreien Fahren ist manchmal weniger sogar ein bisschen mehr. So verkürzte er von Runde zu Runde den Abstand minimal. Um Runde 80 wurde es dann kurios: Denis und Daniel fuhren eine etwas konservativere Boxenstrategie und suchten die Box etwas früher auf als Markus, der den Tank bis auf den letzten Tropfen leer fuhr, bevor er die Box einbog. Und so fuhren zunächst die beiden Fahrer von P1 und P2 in die Box, und zwei Runden später Markus auf P3. Er hatte natürlich aufgrund der Boxenstopps der beiden zunächst die Führung übernommen, das sollte sich aber erledigen, wenn er ebenfalls zum Tanken anhalten sollte. Aber es kam anders: Als Markus aus der Box fuhr fand er sich für alle überraschend auf P1 wieder. Das Rennen wurde auch so fortgesetzt, die Stewards prüften den Positionswechsel im Anschluss an das Rennen anhand der in CockpitXP vorhandenen Rundenzeiten und Abstände. Sie kamen zu dem Schluss, dass es keine Fehlmessung war, und dass Markus sich tatsächlich über die Box die Führung holen konnte. Aus diesem Positionswechsel resultierte aber auch ein spannender Zeikampf bis zum Ende des Rennens, denn als Markus aus der Box kam lag er gerade einmal zwei oder drei Wagenlängen vor Daniel. Erst kurz vor Ende machte Daniel einen Fehler, der Markus final den Sieg sicherte. Denis war inzwischen zurückgefallen und fuhr mit zwei Runden Rückstand ins Ziel, Michael hatte bei Einlauf ins Ziel noch zwei weitere Runden Rückstand. Die schnellste Runde ging an Markus, mit einer 8,981s.





Das letzte Rennen des Abends, das zweite in der DTM, startete wie üblich in der umgekehrten Reihenfolge vom Zieleinlauf von Rennen 1:



Das Rennen war allerdings im Vergleich zu den beiden vorrigen weniger spektakulär und auch weniger spannend. Nachdem Markus von P4 aus startend die drei vor ihm fahrenden überholen konnte, baute er seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Zwar gab es beim Überrunden noch spannende Duelle, die sich auch mal über mehrere Runden hinzogen, am Ende waren Daniel, Denis und Michael aber chancenlos. Und auch zwischen den Dreien bildeten sich Abstände, die keine wirkliche Spannung zuließen. Und so gewann Markus erneut, mit zwei Runden Rückstand lief Denis im Ziel ein, gefolgt von Daniel mit weiteren 2 Runden Rückstand. Michael auf P4 fuhr zwar sein bestes Rennen an dem Abend und in den 21 Minuten mehr Runden (126) als der Sieger des vorherigen Rennens (123), am Ende blieb es aber zum dritten mal in Folge nur Platz 4. Die schnellste Runde ging erneut an Markus mit einer 8,801s.





In der DTM führt das zu folgendem Zwischenstand:



Weiter geht es am 5. Februar bei Denis auf dem ERKA-Ring der Carrera Sport Arena Erkelenz.